Das Ressourcenprojekt «Integrales Wassermanagement Thurgau» verfolgt das Ziel, die Effizienz der Nutzung regionaler Wasserressourcen nachhaltig zu steigern – bei gleichbleibender landwirtschaftlicher Produktivität und unter Berücksichtigung der Interessen aller relevanten Anspruchsgruppen.
Im Kanton Thurgau werden auf zahlreichen Flächen Spezialkulturen wie Gemüse, Obst und Beeren angebaut, von denen ein Teil bewässert wird. In Trockenperioden kann die Wasserentnahme aus Fliessgewässern für Bewässerungszwecke eingeschränkt oder vollständig untersagt werden. Um kleine und mittelgrosse Gewässer zu entlasten, muss vermehrt auf alternative Wasserressourcen zurückgegriffen werden. Die Brauchwasserversorgungsplanung des Kantons Thurgau zeigt, dass die drei Wasservorkommen - Bodensee, Rhein und der Grundwasserträger im Thurtal - einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des Bewässerungsbedarfs leisten könnte.
Mit einem integralen Ansatz soll die Wasserverfügbarkeit für die Landwirtschaft gesichert, auf das regionale Wasserdargebot abgestimmt und mit den Bedürf-nissen weiterer Anspruchsgruppen koordiniert werden. Eine digitale Plattform wird vorhandene, zusätzlich erhobene sowie modellierte Daten zur Wasserverfügbarkeit und zum Wasserbedarf zusammenführen und visualisieren. Diese Gegenüberstellung ermöglicht eine vorausschauende, transparente und effiziente Nutzung der Wasserressourcen.
Auch auf Betriebsebene soll die Wasserproduktivität gesteigert werden. Dazu tragen optimierte Bewässerungsplanungen, anbautechnische Massnahmen sowie der Einsatz effizienter Bewässerungssysteme bei, um das verfügbare Niederschlags- und Bewässerungswasser bestmöglich zu nutzen.
Die wissenschaftliche Begleitung des Ressourcenprojekts untersucht, wie Informationen zu Wasserbedarf und -verfügbarkeit Entscheidungsprozesse beeinflussen und das regionale Wassermanagement unterstützen oder erschweren können. Darüber hinaus analysiert sie die Machbarkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit betriebs- und kulturspezifischer Massnahmen – auch im Hinblick auf ein zukunftsfähiges, effizientes Wassermanagement.
Im Rahmen des Ressourcenprojekts sollen verschiedene Massnahmen für ein regionales, betriebsspezifisches und parzellenspezifisches Wassermanagement umgesetzt werden. Das Wasserdargebot und der Wasserverbrauch werden mithilfe dynamischer Modellierungen sowohl regional als auch kulturspezifisch auf Parzellenebene dargestellt.
Für ein verbessertes Wassermanagement auf Betriebsebene entwickelt Agroscope ein entsprechendes Tool. Die parzellenspezifischen Massnahmen umfassen verschiedene Bewirtschaftungstechniken zur effizienten Nutzung des Niederschlags – etwa durch Förderung der Infiltration, Reduktion der Evaporation und Verbesserung der Wasserspeicherkapazität. Zudem sollen Wasserspeicher und Retentionsmassnahmen die Verfügbarkeit sichern, während technische Hilfsmittel eine effiziente Bewässerung unterstützen.
In der Pilotphase (2025 – 2026) werden 16 Landwirtschaftsbetriebe am Ressourcenprojekt teilnehmen. In den Folgejahren ist die Einbindung von 30 weiteren Betrieben geplant. Das Ressourcenprojekt «Integrales Wassermanagement Thurgau» setzt auf ein breites Massnahmenpaket zur Steigerung der Nutzungseffizienz regionaler Wasserressourcen.
| Projektgebiet | Kanton Thurgau |
| Trägerschaft |
Amt für Umwelt Thurgau, Landwirtschaftsamt Thurgau Arenenberg, Verband Thurgauer Landwirtschaft inkl. Branchenverband Thurgau Weine, Gemüseproduzenten-Vereinigung der Kantone Thurgau-Schaffhausen, Thurgauer Obstverband, Vereinigung Thurgauer Beerenpflanzer |
| Projektpartner |
OST - Fachhochschule Ostschweiz agroscope |
| Projektleitung |
Arenenberg, Rainer Messmer; [email protected] |
| Zeitrahmen |
2025 - 2030, Wirkungsmonitoring bis 2032 |
| Finanzierung |
Kanton Thurgau und Bundesamt für Landwirtschaft |
Rainer Messmer
Projektleiter Ressourcenprojekt Integrales Wassermanagement
Tel. +41 58 345 85 62
Philipp Zürcher
Projektmitarbeiter Ressourcenprojekt Integrales Wassermanagement
Tel. +41 58 345 85 21
Mit finanzieller Unterstützung vom Bundesamt für Landwirtschaft und vom Kanton Thurgau. Umsetzung unter der Leitung des Arenenbergs gemeinsam mit den Projektpartnern OST- Ostschweizer Fachhochschule, Agroscope und den teilnehmenden Betrieben.
